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Info zur Info zur Betriebsratsgründung bei t-online

Info zur Info zur Betriebsratsgründung bei t-online

Die Geschäftsleitung versucht, den Beschäftigten einen sogenannten Redaktionsrat als Alternative schmackhaft zu machen. Den haben manche andere Medienbetriebe auch – aber als Beratungsgremium zusätzlich (!) zum Betriebsrat. wir informieren mit einem Info über die Vorteile und Rechte eines Betriebsrats:

 
Info zur Betriebsratsgründung 

Liebe Redaktionsmitglieder bei t-online, 

in Berlin seid Ihr fast die einzige größere Redaktion, die keinen Betriebsrat hat. Deshalb gibt es bei Euch auch keine Betriebsversammlungen, in denen die Belange der Belegschaft regelmäßig zur Sprache kommen. In Euren Reihen hat sich in den vergangenen Wochen eine Initiative gebildet, dem abzuhelfen. Wir, die Gewerkschaften ver.di und DJV, sind dabei um Unterstützung gebeten worden. 

Leider verbieten es die verschärften Corona-Beschränkungen, derzeit eine Wahlversammlung für einen Betriebsrat einzuberufen. Sie wird erst stattfinden können, wenn die Kontaktregeln gelockert sind. Dann werden wir Gewerkschaften in einen Saal, ganz in Eurer Nähe, einladen. 

Heute informieren wir Euch zunächst darüber, warum Ihr einen Betriebsrat haben solltet. Der hat nämlich Mitbestimmungsrechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz, die eine Vielzahl sozialer Aspekte der Arbeitsbedingungen betreffen. Welche Belange sind das? 

  • Gestaltung der täglichen Arbeitszeit und Pausen 
  • Arbeitszeitmodelle, Überstundenregelungen, Urlaubspläne 
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
  • Weiterbildung 
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 
  • technische Überwachung des Verhaltens und der Leistung der Arbeitnehmer/innen. 


Die Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat sind in § 2 Abs. 1 BetrVG zu finden. Dazu gehört die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Arbeitgeber und Betriebsrat sind verpflichtet, in Angelegenheiten, in denen es ein Mitbestimmungs- oder Beteiligungsrecht gibt, in Verhandlungen zu treten – mit dem Ziel einer Einigung. 

Eure Geschäftsleitung versucht nun, Euch einen sogenannten Redaktionsrat als Alternative schmackhaft zu machen. Den haben manche anderen Medienbetriebe auch – aber als Beratungsgremium zusätzlich (!) zum Betriebsrat. 

Denn ein Redaktionsrat hat keine verbrieften Rechte, um die Interessen der Belegschaft wirksam zu vertreten. Die Betriebsräte dagegen sind per Gesetz gegen Kündigung geschützt, können also für die Belange der Kolleginnen und Kollegen eintreten, ohne selbst unter Druck zu geraten. 

Und eins noch: Keine Angst vor Unkenrufen der Führungsebene, ein Betriebsrat würde nur zu mehr Konflikten führen. Im Gegenteil: Wenn beide Seiten kooperieren, können offene wie unterschwellige Konflikte besser beigelegt werden, das hilft dem Betriebsklima.