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Turbulenzen bei der Deutschen Welle – Kahlschlag bei den Freien …

Turbulenzen bei der Deutschen Welle – Kahlschlag bei den Freien - Umsetzbares Konzept? Fehlanzeige!

14.09.2014 - Scharfe Kritik an den Plänen von Intendanz und Geschäftsführung der Deutschen Welle: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Beschäftigten der Deutschen Welle, fest Angestellte und Freie, kritisieren scharf die Personalpolitik und die Neuausrichtung der Deutschen Welle. Sowohl innerhalb des Rundfunkrats als auch öffentlich und in Mitgliedersammlungen machen Belegschaftsvertreter und ihre Gewerkschaft ver.di deutlich, dass sie die Pläne nicht mittragen, ohne ein konkretes und belastbares Finanzierungskonzept des künftigen Kurses, zugunsten eines neuen englischsprachigen Fernsehkanals das Programmangebot zu kürzen und in Folge mehreren hundert freien Kolleginnen und Kollegen zu kündigen oder ihre Verträge dahin gehend zu „ändern“, dass dies einer Kündigung faktisch gleich kommt. Da werde ein vollkommen inakzeptabler Kahlschlag vorgenommen, in dessen Folge die Vielfalt und das differenzierte Angebot, für das „Die Welle“ auf der ganzen Welt bekannt sei und geschätzt werde, in Gefahr sei. Mitnichten könne davon die Rede sein, dass der Rundfunkrat diese Entwicklung insgesamt mittrage. Sowohl ver.di als auch die Belegschaftsvertretung hätten deutlich gemacht, dass ein klares Konzept, das die Zukunftsfähigkeit und Finanzierbarkeit sowie den Erhalt der Programmvielfalt der Deutschen Welle nachvollziehbar dokumentiere, als wesentliche Voraussetzung fehle und dass bei der Entwicklung eines solchen Konzepts auch die Personal-und Interessenvertretungen mit eingebunden gehörten. Rund 150 Beschäftigte unterstützten diese Forderungen bei einer Demonstration vor dem Sender in Bonn und verliehen ihrem Ärger Ausdruck.

 Mit großer Sorge werde auch die angestrebte Kooperation mit  dem chinesischen Staatsfernsehen betrachtet. Es sei zu befürchten, dass darüber ein höchst problematischer Einfluss auf die Chinaberichterstattung genommen werden könne. Ziel der Deutschen Welle dürfe aber keinesfalls sein, den chinesischen Markt um jeden Preis von der Zensur zurück zu erobern, sondern müsse die unabhängige Berichterstattung über reale politische Zusammenhänge sein.       

Cornelia Haß, Bereichsleitung Medien und Publizistik, ver.di-Bundesverwaltung
http://rundfunk.verdi.de/