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Zusammenlegung von Springer-Redaktionen kritisiert

dju in ver.di

Zusammenlegung von Springer-Redaktionen kritisiert

26.10.2012 - Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union (dju in ver.di) kritisiert die Pläne des Axel-Springer Verlags, die Redaktionen der Welt-Gruppe, der Berliner Morgenpost und des Hamburger Abendblatts in eine Redaktionsgemeinschaft zu überführen: „Anders als die offizielle Lesart es uns weis machen will, ist dieser Weg, der ja mit der Zusammenlegung der Redaktionen von Berliner Morgenpost und Welt-Gruppe schon beschritten wurde, nicht geeignet, um die publizistische Vielfalt und hohe qualitative Standards dauerhaft zu erhalten. Er dient allein dem Ziel, Kosten zu reduzieren“, kritisierte die Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di, Cornelia Haß.

Es sei bekannt, dass der Arbeitsdruck auf die Redakteurinnen und Redakteure bereits jetzt groß sei, da sie zum Teil für mehrere Blätter und die entsprechenden online-Auftritte produzieren müssten. Immer wieder gebe es Klagen, dass umfangreich zu recherchierende Themen allein schon deswegen keinen Weg mehr in die Publikationen fänden. Diese Entwicklung werde sich verschärfen und zu einer thematischen Verflachung in den einzelnen Medien führen. „Auch die Erfahrungen, die wir mit Redaktionsgemeinschaften in anderen Verlagen machen, deuten nicht darauf hin, dass die Zusammenlegung zu einem breiteren Themenspektrum oder einer Möglichkeit  der Vertiefung von Inhalten führt. Genau das wäre aber wünschenswert und auch notwendig, um den einzelnen Titeln eine langfristige Perspektive zu eröffnen“, forderte Haß. Dazu wäre es eher nötig, die Redaktionen personell aufzustocken und regelmäßig weiter zu bilden.