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Keine Kündigungen durch „Madsack 2018“!

Konzernbetriebsrat Madsack

Keine Kündigungen durch „Madsack 2018“!

29.10.2013 - Der Konzernbetriebsrat (KBR) der Verlagsgruppe Madsack fordert von der Verlagsführung den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bei der Umsetzung des Programms "Madsack 2018". Von den Plänen würden alle 18 Zeitungen des Konzerns betroffen sein. Deshalb sei nach Ansicht des geschäftsführenden Ausschusses des KBR (KBA) gemäß Paragraf 111 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) der KBR das gesetzlich zuständige Gremium für Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite. Zu Madsack gehört auch die Märkische Allgmeine in Potsdam.

Konzernchef Thomas Düffert will mit "Madsack 2018" acht Prozent der Gesamtkosten also rund 44 Millionen Euro eingesparen, teilte der KBR in einem Info mit. Viele Bereiche sollen zentralisiert werden.

Der KBA hat erste Ziele für die Verhandlungen formuliert:

  • Keine betriebsbedingten Kündigungen!
  • Alle Maßnahmen müssen sozialverträglich umgesetzt werden!
  • Keine Abqualifizierungen!
  • Keine tariffreien Zonen!

Bisher sind bei den 18 Titeln rund 150 Redakteurinnnen und Redakteure für die Mantelberichterstattung zuständig. Die überregionale Berichterstattung (Mantel) soll in der Zentralredaktion in Hannover zusammengeführt werden. Von dort sollen künftig alle Titel fertige Seiten erhalten. Konkret sei noch nicht bekannt, mit wie viel Personal künftig die Mantelseiten in Hannover produziert werden sollen.

Die Betriebsräte betonten, dass die Unterstützung aller Beschäftigten nötig sei, um die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite zu einem akzeptablen Ergebnis zu bringen. Deshalb fordert der KBA alle Mitarbeiter nachdrücklich auf, für ein sozialverträgliches „Madsack 2018“ Flagge zu zeigen. Versuche der Führungskräfte, in Einzelgesprächen mit Beschäftigten, die Belegschaft bereits jetzt zu spalten, verurteilten die Betriebsräte. Sie erteilten zudem Überlegungen eine Absage, die umfangreichen betrieblichen Veränderungen allein auf der Ebene der örtlich zuständigen Einzelbetriebsräte regeln zu wollen. Sollte die Geschäftsleitung diese Herangehensweise verfolgen, dann sei das Zeichen dafür, dass eine Konzernstrategie gegen die Beschäftigten und ihre gewählten Vertreterinnen durchgesetzt werden solle. Dasselbe gelte, wenn die Konzernleitung versuchen sollte, Informationen zu ihrer Strategie gegenüber dem Konzernbetriebsrat zurückzuhalten.
In diesem Zusammenhang begrüßten die Mitglieder des Konzernbetriebsausschusses, dass im Konzern derzeit die Gewerkschaftsmitglieder des Hannoveraner Callcenters KSC, der Redaktion der Oberhessischen Presse in Marburg und der Druckerei in Potsdam die Forderung nach Abschluss von Haustarifverträgen erhoben haben und diese Forderung mit zum Teil sehr langandauernden Arbeitskämpfen unterstreichen, nachdem sich in allen Fällen die örtlichen Geschäftsführungen unter Verweis auf die Konzernvorgaben weigerten, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Verurteilt von den Betriebsräten wurde gleichzeitig das Vorgehen einzelner Geschäftsleitungen und Vorgesetzter, die gegenüber den Belegschaften massive Drohungen aussprechen und Ängste der Beschäftigten schürten.
In Betriebsversammlungen soll in den nächsten Wochen die Position des Konzernbetriebsrates näher erläutert und mit Vertretern der Konzernführung und der Geschäftsleitungen diskutiert werden.

Ausführliche Informationen auf der ver.di-Internetseite Verlage, Druck und Papier