Nachrichten

Aus für dapd

Insolvenz

Aus für dapd

11.04.2013 - Als "unnötig und Folge verantwortungslosen betriebswirtschaftlichen Handelns" bezeichnete die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju) in ver.di, Cornelia Haß, das endgültige Aus von dapd. Nachdem die russische Regierung als Mehrheitseigentümerin des staatlichen Nachrichtendienstes Ria Novosti ihre Bereitschaft zur Übernahme der insolventen Nachrichtenagentur zurück gezogen hatte, gab es keinen weiteren Interessenten. "Das ist das bedauerliche Ende eines journalistisch hochwertigen Angebots. dapd hat eine wichtige Komponente auf dem deutschen Agenturmarkt dargestellt. Die Hauptleidtragenden sind die engagierten und hochkompetenten Beschäftigten, die nun ihre Arbeit und die Freien, die ihre Aufträge verlieren", sagte Haß.

Die Investoren Löw und Vorderwülbbecke hätten in den vergangenen Jahren überambitioniert versucht, den Agenturmarkt mit Dumpingangeboten aufzumischen, dann vor der persönlichen Bruchlandung das Weite gesucht und die Beschäftigten ihrem Schicksal überlassen.

Der darauf folgende Investor Ende sei offenbar ohne eine einzige Idee für die Fortführung des Geschäfts eingestiegen. So sei der Niedergang der dapd nicht mehr aufzuhalten gewesen.

"Das dapd-Aus ist absolut bitter und wäre zu vermeiden gewesen, wenn das Unternehmen nicht in die Hände von Finanzhasardeuren geraten wären, die kein ausreichendes Verständnis von den Mechanismen der Medienwirtschaft mitgebracht haben", kritisierte Haß.

Was nun bliebe, sei die Notwendigkeit, rasch eine Lösung für die Volontärinnen und Volontäre zu finden. Haß appellierte an Verlage und Agenturen, kurzfristige und pragmatische Lösungen zu entwickeln, die wenigstens den jungen Menschen in der Ausbildung eine Perspektive eröffneten.