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Abschluss bei AFP Agence-France Presse GmbH

Abschluss bei AFP Agence-France Presse GmbH

07.02.2017 - Nach einem langandauernden Tarifkonflikt über elf Verhandlungsrunden, konnte ein guter Manteltarifvertrag als einheitliches Werk für alle Beschäftigten-Gruppen auch für die Zukunft erreicht werden. Dies war nur durch Streiks möglich, zu denen die starre Haltung der Geschäftsführung zum beabsichtigten Tarif-Abbau provoziert hatte.

Die AFP-Gehälter gelten für eine 35-Stunden-Woche. Im Vergleich zu Gehältern in Zeitungsredaktionen (Arbeitszeit von 36,5 Std.) müssen die AFP-Gehälter um 4,2  Prozent erhöht kalkuliert werden. Macht also beim Einstiegsgehalt 3.219 dann umgerechnet 3353 €, im Vergleich dazu 3202 € für Zeitungsredakteur/innen.

 

Gemeinsames Tarifinfo dju/ver.di und DJV

Der Manteltarifvertrag ist damit wieder in Kraft und gesichert, Nullrunde beim Gehalt, für einige Erhöhungen bis zu knapp 1 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2017. Außerdem gibt es strukturelle Umstellungen und Übergangsregelungen für Neueingestellte.

In der 11. Tarifrunde 2016/2017 für die etwa 50 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Nachrichtenagentur AFP Agence-France Presse GmbH ist in gemeinsamen Tarifverhandlungen von ver.di und dem DJV, ein Tarifergebnis erreicht worden. Mit diesem Abschluss konnten Forderungen des Arbeitgebers nach Kürzungen im Bereich des Urlaubs und im Bereich des Gehalts abgewehrt werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der AFP Agence-France Presse GmbH in Berlin führten die Beschäftigten im Dezember 2016 dazu eine Arbeitskampfmaßnahme durch und gingen auf die Straße. Nach diesem deutlichen Signal kamen die Tarifverhandlungen voran.

Wir konnten erreichen, dass der zum 31.12.2015 vom Arbeitgeber gekündigte Manteltarifvertrag ohne Kürzungen ab dem 1.1.2016 mit einer 35 Std./ Woche, 14 Gehältern und 33-36 Tagen Urlaub unverändert wieder in Kraft gesetzt wird. Es wurde vereinbart, dass das monatliche Essens- und Fahrtgeld in Höhe von 113,50 € in das tarifliche Grundgehalt eingerechnet und somit bei künftigen Tariferhöhungen, der Jahresleistung und dem Urlaubsgeld berücksichtigt wird. Zudem wurde die 1% Dienstalterzulage für maximal 10 Jahre Betriebszugehörigkeit in das Endgehalt eingerechnet.

Der gekündigte Gehaltstarifvertrag tritt rückwirkend zum 1.1.2017 mit geänderten Tarifgruppen wieder in Kraft tritt. Der Arbeitgeber hat bis zuletzt lineare Gehaltssteigerungen abgelehnt. Durch die Umstellung der Gehalttabelle auf die Orientierung nach Berufsjahren, erhalten einzelne bislang benachteiligte Beschäftigte eine Gehaltserhöhung von 0,1-0,98% ab dem 1.1.2017. Im Gegenzuge wurde die Einstiegsgehälter für die Beschäftigten mit bis zu 6 Jahren Berufserfahrung abgesenkt. Die Stundenvergütung in diesen Berufsgruppen liegt aber auf Grund der niedrigen Wochenarbeitszeit 35 Std./Woche und den 14 Gehältern immer noch über dem Flächentarifvertrag der Tageszeitungen. Das Endgehalt nach 15 Berufsjahren konnte um 0,98 % auf 4300,00 € gesteigert werden.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass der Arbeitgeber drei Stellen in der Tarifgruppe VIIa/b mit 4672,50€/4795,50 € in dem ersten Halbjahr 2017 einrichten wird. Die Laufzeit des Tarifergebnisses beträgt ein Jahr.

 

AFP Tabelle ver.di AFP Tabelle

Die bisherige Dienstalterszulage ist in die Grundgehälter eingerechnet. Das Essens- und Fahrgeld wird in alle Grundgehälter integriert (diese Zulagen entfallen künftig als zusätzliche gesonderte Zahlungen). Künftig gelten nur Berufsjahre (hauptberufliche Tätigkeit).