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Axel Springer drückt Werkvertrags-Lohn von 8,50 Euro auf 7,50 Euro – 200 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz

26.11.2013 - Mit scharfer Kritik reagierte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, auf die Entscheidung der Axel Springer Druckerei in Berlin-Spandau, einen Werkvertrag an eine andere Firma zu vergeben und damit deutlich niedrigere Löhne durchzusetzen.

„Das ist eine bewusste Entscheidung gegen faire und halbwegs menschengerechte Bezahlung“, sagte Werneke zu der Entscheidung, in deren Folge rund 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Die Kündigung des Auftrags erfolgt nur wenige Wochen, nachdem für die Werkvertrags-Arbeitnehmer in der Berliner Axel Springer Druckerei ein Tarifvertrag in Kraft trat, der den Beschäftigten einen Lohn von mindestens 8,50 Euro garantierte. Die Firma, die jetzt den Auftrag erhalten hat, zahlt ihren Beschäftigten lediglich 7,50 Euro.

„Es ist ein fatales Signal, wenn der mächtigste Medienkonzern Deutschlands mitten in der Debatte um einen gesetzlichen Mindestlohn 200 Beschäftigten den Arbeitsplatz raubt, weil sie sich einen tarifvertraglichen Lohn von 8,50 Euro pro Stunde erkämpft hatten“, kritisierte Werneke. Der Tarifvertrag für die Werkvertrags-Beschäftigten in der Axel Springer Druckerei in Berlin-Spandau war erst im September in Kraft getreten, nachdem in diesem Bereich vorher größtenteils Löhne von deutlich unter 7 Euro bezahlt wurden. Die Werkvertrags-Arbeitnehmer legen im Auftrag des Medienkonzerns Prospektbeilagen in Anzeigenblätter ein. Sie werden nun zu Ende Februar 2014 gekündigt.