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Tarifkonflikt bei Thomson Reuters

Tarifkonflikt bei Thomson Reuters

21.04.2009 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) warnt vor einem Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 120 Redakteurinnen und Redakteure der Nachrichtenagentur Thomson Reuters. Nach der dritten Verhandlungsrunde haben sich die Tarifvertragsparteien gestern Abend ohne Ergebnis getrennt. Ein neuer Termin wurde nicht vereinbart.

Hauptstreitpunkt ist die Forderung der Thomson Reuters-Chefredaktion, Gehaltssteigerungen im Wesentlichen nur noch vom Ergebnis individueller Leistungsbeurteilungen abhängig zu machen. ver.di und der DJV fordern hingegen eine deutliche lineare Anhebung aller Tarifgehälter. „Wir halten daran fest, dass Tarifverträge vorrangig die gleichen Mindestbedingungen für alle Beschäftigten regeln sollen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Manfred Moos. Der Nachrichtenagentur sei es unbenommen, zusätzlich zu einer branchenüblichen und angemessenen linearen Erhöhung der Tarifgehälter auch die individuelle Leistung zu honorieren. „Gegen ein solches Vorgehen werden sich auch die Gewerkschaften nicht sperren.“

Für die Position der Gewerkschaften haben sich bei einer Unterschriftenaktion bisher fast drei Viertel der Redakteure eingesetzt. ver.di rechnet damit, dass es zu weitergehenden Aktionen der Belegschaft kommen wird, wenn die Chefredaktion bei ihrer starren Haltung bleibt.