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dju: Falscher Weg und Verlust von Vielfalt

dju: Falscher Weg und Verlust von Vielfalt

18.05.2015 - Als falschen Weg und einen weiteren Verlust von Vielfalt kritisiert die Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union (dju) in ver.di die Entscheidung der Funke Mediengruppe, den Content Desk in Nordrhein Westfalen zu schließen und dessen Arbeit von Berlin aus machen zu lassen. „Eine weitere Entfernung von den Leserinnen und Lesern und verheerende Entwicklung im Kampf um Abo-Auflagen und Kiosk-Verkäufe der Zeitungen“ stellte dju- Geschäftsführerin Cornelia Haß fest. Nur sechs Jahre habe der Content Desk der WAZ/Funke-Gruppe Bestand gehabt und nach  zweimaligem Stellenabbau innerhalb dieser Frist kündige die Geschäftsführung  jetzt das endgültige Aus an. Statt aus Essen sollen die WAZ-Titel künftig  von einer Zentralredaktion in Berlin mit nationalen Themen einheitlich  beliefert werden.   Die dju in ver.di fordert den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen: „Nach den Milliarden-Investitionen von Funke in diverse neue Titel wäre es in jeder Hinsicht fatal, die Redaktionen immer weiter auszudünnen.  Hier ist die Konzernspitze in der Verantwortung, klipp und klar Gedankenspiele um Arbeitsplatzverluste zu beenden“, so Haß.   Dazu gehöre auch, endlich Schluss zu machen mit der Tarifflucht. Habe sich der Verlag noch letztes Jahr mit der Tarifbindung für Onliner in den Medien feiern lassen, würden jetzt die Redakteurinnen und Redakteure in eine nicht an Tarifverträge gebundene Gesellschaft überführt. Ohne Tarifbindung seien auch alle neu zu gründenden Gesellschaften. „Tarifflucht, Zentralredaktion und hoher Personalabbau: Das ist der Weg in die publizistische Sackgasse. Ein Verlag, der Sozialstandards so mit Füßen tritt, wird im Qualitäts-Wettbewerb in Print und Online kaum eine Chance haben“ kritisierte Haß.