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ZEIT ONLINE: Tarifverhandlungen aussetzen + befristete Warnstreiks …

ZEIT ONLINE: Tarifverhandlungen aussetzen + befristete Warnstreiks beschlossen

22.0.2016 - Die Mitglieder von ver.di, DJV und jvbb haben in einer anonymen Befragung entschieden, dass die Tarifverhandlungen ausgesetzt und befristete Warnstreiks durchgeführt werden.

Wir wollen noch einmal zusammenfassen worum es konkret geht.

Gehaltshöhen:
Wir fordern Stufen, die dem vdz-Tarif entsprechen. Beispiel: Redakteure ab dem 10. Berufsjahr 4431 Euro.
Der Arbeitgeber will Gehaltsstufen deutlich unter Tarif. Assistentinnen sollen nicht mehr als 3.125 Euro nach den Vorstellungen des Arbeitgebers verdienen.

Presseversorgung:
Wir fordern: Die stufenweise paritätische Einführung der Presseversorgung mit einem Arbeitgeberanteil von 4 Prozent bis 2018. (Also beide Seiten zu gleichen Anteilen).
Der Arbeitgeber will bis 2019 nur stufenweise bis zu 1,5 Prozent übernehmen, und auch nur, wenn man 6,5 Prozent seines Bruttolohns einzahlt. Ansonsten gibt es keine Zuzahlung.

Studenten
Wir fordern eine bessere Bezahlung der Studenten, z.B. 14 Euro im 1. Jahr, 15 Euro im 2. Jahr, 16 Euro im 3. Jahr) sowie ein 13. Monatsgehalt.
Der Arbeitgeber will den Studenten kein 13. Monatsgehalt und im 1. Jahr bei ZON keine Erhöhung des Stundenlohns anbieten. Erst ab dem 2. Jahr bei ZON sollen die Studis 0,71 € mehr bekommen (12, 00 €). Ab dem 4. Jahr 13,29 Euro. Aber kaum ein Student kann 4 Jahre bei ZON bleiben, weil die meisten nach 2 Jahren „rausfliegen“.

13. Monatsgehalt: (Jahresleistung)
Wir fordern ein 50% tarifliches 13. Monatsgehalt in 2016, eine Steigerung auf 100% reales Monatsgehalt ab 2018.
Der Arbeitgeber will 50% Tarifgehalt erst ab 2017 zahlen und dann 2019  nur 95%. Anspruch haben aber nach den Vorstellungen des Arbeitgebers nur Beschäftigte die länger als 2 Jahre da sind und die unter 55.585 € verdienen. Befristete und Studenten bekommen also kein 13. Gehalt. Das sind ca. 60% der Beschäftigten.

Entfristungen:
Wir fordern eine Befristungsquote für den ganzen Betrieb, mindestens eine Entfristungsquote für Student*innen, die deutlich über 15 Prozent liegt.
Der Arbeitgeber will nur 15 Prozent der Studenten entfristen.

Weitere Verschärfung
Der Arbeitgeber will eine (unbezahlte) Rufbereitschaft für alle einführen.

Wir sind dem Arbeitgeber bereits massiv entgegengekommen, denn wir verzichten bereits:

  • auf das Urlaubsgeld (80 % eines Monatsgehalts für Redakteure, 50 % Prozent eines Monatsgehalts für Angestellte)
  • auf eine Umrechnung der Mehrarbeit (4 Stunden pro Woche bei Redakteuren, 5 Stunden pro Woche bei Angestellten; d.h. Redakteure arbeiten 184 Stunden und Angestellte 230 Stunden im Jahr unbezahlt.

Unverhandelt sind bisher zudem

  • die Urheberrechtspauschale für Redakteure (50 Euro im Monat)
  • Zuzahlung vom BVG-Monatsticket
  • verlängerte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • ein Sterbegeld für die Angehörigen im Todesfall des Mitarbeiters
  • ein Kantinenzuschlag (90 Euro/Monat)

hier schweigt sich der Arbeitgeber weiter aus.

Ergebnis: Von dem bisherigen Angebot würden viele Kollegen gar nicht oder kaum profitieren.

Der Arbeitgeber rechnet sein Angebot in der Öffentlichkeitsarbeit schön, in dem er in seinen Berechnungen nur auf ca. 55 Beschäftigten bei den Gehaltssteigerungen abhebt. In der Realität arbeiten aber bei ZON mindestens 110 Menschen – Tendenz steigend.

Von einer Angleichung der Arbeitsverhältnisse aller Beschäftigte, wie gefordert, kann nicht die Rede sein.