Nachrichten

ver.di kritisiert Umbau der Zeitungsgruppe DuMont Schauberg

ver.di kritisiert Umbau der Zeitungsgruppe DuMont Schauberg

24.08.2009 - Ein halbes Jahr nach der Übernahme der deutschen Verlage der Mecom-Zeitungsgruppe (Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost, Berliner Kurier, netzeitung, Tip-Stadtillustrierte) durch den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg (MDS), macht MDS die Hoffnung der Beschäftigten zunichte, dass in Menschen und Qualität investiert wird. Stattdessen werden nun konzernweit Pläne zur Kostensenkung und Umbau der Redaktionen verkündet.

Zu dieser ernüchternden Bilanz kommt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), nachdem Pläne bekannt wurden, wonach sogenannte Pools für Wirtschaft in Frankfurt und für Politik in Berlin gebildet werden sollen. Diese führten quasi zur Auflösung der gewachsenen Ressorts in den jeweiligen Abo-Zeitungen der MDS-Zeitungsgruppe (Kölner Stadtanzeiger, Mitteldeutsche Zeitung, FR und Berliner Zeitung). 80 Redakteurinnen und Redakteure der Berliner Zeitung haben bereits bei Chefredakteur Uwe Vorkötter protestiert. Begleitet wird der Umbau der Redaktionen durch umfangreiche Kostensenkungsprogramme in den verschiedenen Verlagsbereichen und Standorten des Konzerns.

„Mit diesen Schritten wird erstmals die Strategie der Verlegerfamilie DuMont für die von Ihnen gebildete Zeitungsgruppe deutlich. Jetzt deklariert auch DuMont Schauberg für die mit über 10.000 Beschäftigten drittgrößte deutsche Zeitungsgruppe strikte Sparvorgaben und setzt mit dem Umbau der Redaktionen unter den Stichworten Synergien und Syndication die Identität der profilierten Titel und Bindung zu Lesern und Leserinnen der Zeitungen aufs Spiel“, kritisierte der ver.di-Vize Frank Werneke.

„Aus unserer Sicht sind die MDS-Pläne nicht mit dem Statut der Berliner Zeitung vereinbar, das vor einer solchen Entkernung schützen soll. Bisher ist auch noch nicht absehbar, welche Auswirkungen die Pläne auf die Arbeitsplätze haben. Die Unterstützung von ver.di beim Erhalt der eigenständigen Zeitungen und der Arbeitsplätze ist gewiss“, machte Werneke deutlich.