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Aus- und Weiterbildung spielen eine zentrale Rolle für die Zukunft …

Aus- und Weiterbildung spielen eine zentrale Rolle für die Zukunft der Medien

03.03.2015 - „Die digitale Transformation ist  auch im Hinblick auf die journalistische Ausbildung eine Herausforderung: Wir entwickeln  gemeinsam mit den jungen Menschen die Standards, die sie fit machen für die künftige  Arbeit in den Redaktionen. Das heißt vor allem: alle Vertriebskanäle beherrschen und mehr Dialog mit dem Publikum,“ stellte der Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Ulrich Janßen, auf der Ausbildungskonferenz der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) fest, die heute (3. März 2015) in Bonn stattfindet.
 
Der redaktionelle Alltag erfordere das Handwerkszeug für die Herstellung von Print-, Bewegtbild- und Audio-Beiträgen ebenso wie den Umgang mit den sozialen Medien. Das gelte auch für     Datenjournalismus einschließlich digitaler  Recherche und Analyse, sagte Janßen. Ein Schwerpunkt sei dabei auch die Medienethik: „Es geht um den Schutz der Persönlichkeitsrechte und die strikte Trennung von Redaktion und Werbung. Dass PR-Inhalte auch in den einschlägigen journalistischen Studiengängen immer mehr Eingang finden, ist alarmierend.“
 
Die dju in ver.di setze sich in enger Abstimmung mit dem journalistischen Nachwuchs für zeitgemäße Ausbildungsformen ein: „Da interessiert uns natürlich auch die Dauer eines Volontariats. Es hat  aber wenig Sinn, die Ausbildung zu verlängern, ohne parallel die inhaltliche Ausbildung umzubauen. Das führt dann  nur dazu, dass die Volontäre als billige Arbeitskräfte in den Redaktionen eingesetzt werden.  Ausbildungsdauer und -inhalte müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, und wir brauchen im Journalismus nach Abschluss der Ausbildung feste Arbeitsplatzangebote. Praktika und prekäre Bedingungen erzeugen keine journalistische Qualität, die den Ansprüchen gerecht werden, die wir an unsere journalistische Arbeit stellen und die grade angesichts der digitalen Transformation immer wichtiger werden“, unterstrich Janßen. Dazu gehöre natürlich auch kontinuierliche Weiterbildung. Um beides, Aus- und Weiterbildung gehe es derzeit beim so genannten Qualifizierungsdialog, den die dju in ver.di mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) führe: „Zukunft bedarf verstärkter Anstrengungen, die Newcomer und Menschen mit Berufserfahrung gleichermaßen für die Medienzukunft befähigen. Dazu brauchen wir auch eine vorwärtsgewandte Tarifpolitik, die wir  mitgestalten wollen. Allzu oft treffen wir allerdings auf Verleger, die Beschäftigte lediglich als Kostenfaktor sehen, und Weiterbildung als Zusatzbelastung. Doch wir wissen: Die Kolleginnen und Kollegen sind aufgeschlossen und wollen sich weiter bilden. Dazu wird in der Redaktion oft aber weder die Zeit gegeben, noch lässt die personelle Ausstattung den nötigen Freiraum. Der BDZV und die Zeitungsverleger müssen endlich einsehen, dass dieser Raum geschaffen und der Wert der Weiterbildung für die Verlage anerkannt werden müssen, auch durch wegweisende und verbindliche Vereinbarungen“, forderte Janßen.