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Zehnte Verhandlungsrunde am 17.4. in Berlin

Tarifrunde Redakteure

Zehnte Verhandlungsrunde am 17.4. in Berlin

16.04.2014 - Die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure sowie Freie und Pauschalisten bei Tageszeitungen gehen am morgigen Donnerstag (17. April 2014) in die zehnte Runde. Erneut haben mehr als tausend Journalistinnen und Journalisten in den Tagen vor der Verhandlung durch Streiks und eindrucksvolle Aktionen Zeichen für ihre Erwartungen an ein Verhandlungsergebnis gesetzt. Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (dju in ver.di) fordert den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf, jetzt den Weg für eine Tarifeinigung mit echtem Einkommenszuwachs frei zu machen. Wenn der BDZV zukünftig als Tarifpartner noch ernst genommen werden will, muss er auch zukünftig für einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag stehen und die Forderung, den Norden abzukoppeln, fallen lassen.
„Durch Ausflaggen von Verlagen und Redaktionen aus den gerade verhandelten Tarifverträgen entziehen sich die deutschen Zeitungsverleger zunehmend der sozialen Verantwortung, bestehend aus guter Bezahlung, hochwertiger Ausbildung und der branchenüblichen Altersversorgung. Die Verleger glauben wohl selbst nicht an das von ihnen proklamierte Tarifwerk Zukunft und schaffen in ihren Zeitungsverlagen eine Redaktionszukunft mit Arbeitsbedingungen gerade mal auf dem Niveau gesetzlicher Mindestbestimmungen und Bezahlung weit unter Tarif und im Übrigen auch weit unter den vom BDZV in den Verhandlungen genannten Vorstellungen“, kritisierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke. Das stelle die laufenden Verhandlungen in ein anderes Licht.
Die dju in ver.di erwartet, dass sich der BDZV am Verhandlungstisch nun zu einem verbesserten Gehaltsangebot – über die zuletzt angebotenen zwei mal zwei Prozent hinaus – bewegt und die weitreichenden Einschnitte im Manteltarif durch Absenkung des Urlaubsanspruchs sowie Reduzierung von Jahresleistung und Urlaubsgeld überdenkt. Die Drohgebärde des Verlegerverbandes, entweder solle ein regional herabgestuftes Tarifniveau verhandelt werden, sonst würden ganze Regionen aus dem Tarifvertrag austreten, stoßen auf heftigen Widerstand der Beschäftigten und wurden beispielsweise in den Verlagen an der Ostseeküste von Kiel bis Rostock mit Streiks beantwortet. „Die Verleger täten gut daran, nun endlich mit Augenmaß und ernsthaftem Verhandlungswillen einem Tarifabschluss den Weg zu ebnen, der den Kolleginnen und Kollegen in Zeitungsredaktionen nach einem Jahrzehnt des Reallohnverlusts deutliche Gehaltszuwächse und uneingeschränkten Tarifschutz verschafft“, formuliert Werneke die Erwartungen an die morgige Verhandlungsrunde.
Die dju in ver.di fordert für die Redakteurinnen und Redakteure sowie Freie und Pauschalisten bei Tageszeitungen 5,5 Prozent mehr Gehalt und Honorar, die Ausweitung der tariflichen Geltungsbereiche auf Onliner sowie eine Weiterentwicklung der journalistischen Ausbildung.