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Zum Volontariats-Beginn: Angemessene Vergütung sichert Start in einen der schönsten Berufe - Tarifverträge und Mitgliedschaft in der dju in ver.di schützen!

01.09.2015 - Viele Kolleginnen und Kollegen beginnen in diesen Tagen ihr Volontariat in einer Zeitungs- oder Zeitschriftenredaktion: „Engagierten jungen Journalistinnen und Journalisten können wir nur gratulieren: Sie haben sich für einen der schönsten Berufe entschieden, in dem sie mit ihrer Arbeit informieren, analysieren und kommentieren und damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Demokratie leisten. Das alles gibt es nicht zum Nulltarif. Der Volontärstarifvertrag regelt die Bedingungen für ein Volontariat, zu denen auch eine entsprechende Bezahlung gehört. Aber auch in den Verlagen, die sich aus der Tarifbindung verabschiedet oder ihre Ausbildungen gleich ganz in eigene Schulen oder Multimedia-Tochterunternehmen ausgegliedert haben, sowie für private Rundfunkanbieter, gibt es Anspruch auf eine angemessene Vergütung der Volontärinnen und Volontäre“, erklärte die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Cornelia Haß.
 
Beim Volontariat handele es sich um ein „ausbildungsähnliches Arbeitsverhältnis nach § 26 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)“. Dem entsprechend dürfe nach §17 BBiG der geltende Volontärstarifvertrag und die daraus folgende Bezahlung um nicht mehr als 20 Prozent unterschritten werden, alles andere sei sittenwidrig. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Volontariate von der Mindestlohngesetzgebung ausgenommen sind. Hier besteht dringender Korrekturbedarf durch die Bundesregierung. Trotzdem findet die Ausbildung auch aktuell nicht im rechtsfreien Raum statt. Tarifverträge schützen, am besten natürlich diejenigen, die sich gewerkschaftlich organisieren“, so Haß. Die Tarifverträge für Volontariate und die Gehaltstarife für Volontärinnen und Volontäre finden sich hier: https://dju.verdi.de/geld/tarifvertraege.
 
Natürlich gehöre zu einem zeitgemäßen Volontariat weitaus mehr als ein angemessener Lohn. Die digitale Transformation der Medien stelle auch im Hinblick auf die journalistische Ausbildung eine Herausforderung dar. Der redaktionelle Alltag erfordere das Handwerkszeug für die Herstellung von Print-, Bewegtbild- und Audio-Beiträgen ebenso wie den Umgang mit den sozialen Medien. Das gelte auch für Datenjournalismus einschließlich digitaler Recherche und Analyse sowie die Medienethik. Dabei gehe es um den Schutz der Persönlichkeitsrechte und die strikte Trennung von Redaktion und Werbung: „Verantwortungsvolle journalistische Arbeit stellt immer größere Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen. Diese erfordern eine umfassende Ausbildung. Angehende Volontärinnen und Volontäre sollten von Anfang an darauf achten, dass sie in dieser Zeit einen soliden Grundstein für ihre Arbeit legen“, sagte Haß.
 
Die dju in ver.di berate die jungen Menschen dabei gerne. Unter https://dju.verdi.de/junge-dju fänden sich diverse Informationen und Tipps für einen gelungenen Start. Unter dju-info@verdi.de sammele die dju in ver.di Hinweise auf „schwarze Schafe“ unter den Ausbildungsangeboten. Mitglieder der dju in ver.di könnten darüber hinaus Rechtsschutz in Anspruch nehmen.