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Janßen mahnt beim Bundespräsidenten

Pressefreiheit

Janßen mahnt beim Bundespräsidenten

10.01.2013 - Zum Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck hat der Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Ulrich Janßen, eine entschlossene Verteidigung der Pressefreiheit angemahnt: „Die Pressefreiheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Trotzdem ist sie täglich Gefährdungen ausgesetzt, die wir nicht unterschätzen dürfen." Das zeige zum Beispiel der Prozess gegen die Kollegen, die über die Verstrickungen zwischen Rotlichtmilieu und Justiz in Sachsen berichtet hatten. „Es ist daher für uns von überragender Bedeutung, in unserem Staatsoberhaupt einen Verteidiger der Pressefreiheit, des Qualitätsjournalismus und der Pressevielfalt zu wissen“, sagte Janßen und regte am Donnerstag (10. Januar 2013) im Gespräch mit dem Bundespräsidenten einen ausführlicheren Austausch darüber an. 

Die Freiheitsrechte seien nicht ein für allemal erkämpft, sondern müssten immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Die Verbesserung der angemessenen Einkommen grade der wachsenden Zahl freier Journalistinnen und Journalisten, aber auch der fest angestellten, sei ein wichtiger Baustein dazu.  So würden zum Beispiel die verbindlichen Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen flächendeckend und systematisch unterlaufen. Dies führe dazu, dass kaum noch Freie an Tageszeitungen von ihrer Arbeit leben könnten. „Journalistinnen und Journalisten, die unter derart prekären ökonomischen Bedingungen arbeiten, die in den Redaktionen unter wachsenden Arbeitsdruck gestellt werden, laufen Gefahr, ihre Unabhängigkeit zu verlieren. Das hat langfristig Auswirkungen auf den Qualitätsjournalismus, den wir so dringend brauchen zur Einordnung und Analyse immer komplexer werdender Zusammenhänge“, mahnte Janßen. Bundespräsident Gauck habe auf diese Zusammenhänge und auch die Verleger auf ihre publizistische Verantwortung hingewiesen. Das sei ein gutes und hilfreiches Signal.