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Aufruf zum Medienboykott von Coldplay-Konzerten oder kritischer …

dju in ver.di

Aufruf zum Medienboykott von Coldplay-Konzerten oder kritischer Berichterstattung über Coldplay-Management auf

12.09.2012 - Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten Union (dju in ver.di) fordert ihre Mitglieder auf, die drei in dieser Woche statt findenden Deutschlandkonzerte von Coldplay zu boykottieren oder kritisch darüber zu berichten, wie das Management der britischen Band geltendes Urheberrecht ignoriert und die Fotografinnen und Fotografen in ihrer Arbeit massiv einschränkt: „Die Presse sollte niemanden mit Bildern und Berichten adeln, der Pressefreiheit und Urheberrechte für ungültig erklärt und  Konzerthallen zu rechtsfreien Räumen machen will“, sagte dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß.

Bildjournalisten sollten unter anderem ihre Fotos nur in einem vorher zu benennenden Medium veröffentlichen und ihr Bildmaterial Coldplay zur kostenlosen weltweiten Verbreitung zur Verfügung stellen. Ähnliche Einschränkungen der freien Berichterstattung waren bereits in der vergangenen Woche von Lady Gaga- und Leonard Cohen-Konzerten publik geworden. „Offenbar glauben die Veranstalter, sie könnten sich alles erlauben, weil sich schon jemand finden wird, der die Knebelbedingungen akzeptiert. Ob das letzten Endes den gewünschten qualitativen Effekt hat, ist mehr als fraglich“, kritisierte Haß.