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Zeitungsverleger wollen Tarifabbau und Abwertung des Journalistenberufs

Zeitungsverleger wollen Tarifabbau und Abwertung des Journalistenberufs

09.12.2010 - Massive Tarifabsenkungen für den Neuabschluss der Redakteurstarifverträge hat der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV) in den Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteuren in Tageszeitungen von den Gewerkschaften Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und DJV gefordert. Jetzt in den Verlagen arbeitende Redakteurinnen und Redakteure sollen demnach kein Urlaubsgeld mehr und damit 5 Prozent weniger Gehalt bekommen. Generell soll für alle zukünftig ein-gestellten Redakteurinnen und Redakteure ein neues - über 25 Prozent niedrigeres - Tarifniveau gelten, das aber auch bei Outsourcing oder Verlagswechsel jede/n jetzt beschäftigten Redakteur/-in betreffen wird. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke erklärte: „Die Forderungen der Verleger sind in keiner Form akzeptabel. Sie bedeuten zudem eine Abwertung des Journalistenberufs“.
Die dju in ver.di und DJV haben zu Beginn der Verhandlungsrunde eine Gehaltserhöhung von vier Prozent für ein Jahr gefordert. Daraufhin haben die Verleger einen dreijährigen Gehaltsabschluss mit geringen Tariferhöhungen angeboten. Allerdings mit weiteren Bedingungen. So soll ein Gehaltsabschluss nur in Verknüpfung mit einer Streichung des Urlaubsgeldes in dem zum Ende dieses Jahres gekündigten Manteltarifvertrag vereinbart werden. Als weitere Bedingung wird ein zusätzliches Tarifwerk für neu eingestellte Redakteurinnen und Redakteure mit Absenkungen im Vergleich zum bisherigen Gehalts-, Mantel- und Altersversorgungstarifvertrag gefordert. Bestehend aus einer über 15 Prozent niedrigeren Gehaltsstruktur. Hinzu kämen über 10 Prozent Kürzung im Manteltarifvertrag bestehend aus Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden, Kappung des Jahresurlaubs bei 30 Tagen und Streichung des Urlaubsgeldes. Zudem wollen die Verleger noch den Zuschuss für die Altersversorgung der künftigen Redakteurinnen und Redakteure von fünf auf 2,5 Prozent senken.
„Die dju in ver.di lehnt diese generellen Verschlechterungen in Zeitungsredaktionen strikt ab, die ohnehin in den vergangenen Jahren durch Kostensenkungsprogramme schon massiv ausgedünnt worden sind.. Wir wollen keine Tarifverträge zu Lasten der jetzigen und der kommenden Journalistengeneration abschließen“, betonte Frank Werneke.

Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.