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Pressefreiheit in Deutschland durch ökonomische Zwänge eingeschränkt

dju in ver.di

Pressefreiheit in Deutschland durch ökonomische Zwänge eingeschränkt

03.05.2012 - „Auch wenn in Deutschland Journalistinnen und Journalisten nicht auf offener Straße erschossen werden, lohnt die Frage, wie die Pressefreiheit hierzulande gewährleistet werden kann“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju in ver.di), Ulrich Janßen, zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai. 

Es sei notwendig, sich die Frage zu stellen, wie frei Journalismus in Deutschland angesichts sich stetig verschlechternder ökonomischer Bedingungen für  Medienschaffende tatsächlich sei: „Ökonomische Zwänge schränken die Pressefreiheit ein, darüber brauchen wir uns keine Illusionen zu machen. Je größer diese Zwänge auf Freie, aber zunehmend auch auf fest angestellte Journalistinnen und Journalisten sind, desto mehr leidet die Qualität der journalistischen Arbeit. Auf Dauer hat dies negative Auswirkungen auch auf die Demokratiefähigkeit unserer Gesellschaft“, warnte Janßen und forderte die Zeitungsverlage auf, freie Journalistinnen und Journalisten endlich mindestens nach den verbindlich vereinbarten Vergütungsregeln zu honorieren. 

Auch arbeitsrechtliche Hilfskonstruktionen wie die Auslagerung ganzer Redaktionen in Tochter- oder Leiharbeitsfirmen zu Dumpingbedingungen seien nicht akzeptabel und schadeten langfristig massiv der Qualität journalistischer Produkte. „Die Pressefreiheit ist bei marktlustigen Managern, die nicht zwischen Preis und Wert unterscheiden wollen oder können, nicht gut aufgehoben“, unterstrich Janßen. Für eine funktionsfähige Demokratie hingegen sei sie unverzichtbar.