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Glaubwürdigkeit, Haltung und Transparenz sind wesentlich für …

Journalistentag

Glaubwürdigkeit, Haltung und Transparenz sind wesentlich für gute Berichterstattung – Neutralität oder Objektivität gibt es nicht

24.11.2012 - Journalistinnen und Journalisten brauchen eine Haltung zu den Gegenständen ihrer Berichterstattung. Eine neutrale oder vollkommen objektive Berichterstattung ist unmöglich. Darüber herrschte Konsens unter den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 26. Journalistentags der Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju in ver.di), der sich heute (24. November 2012) strittig mit dem Hanns-Joachim-Friedrich-Zitat auseinander gesetzt hat. Demnach dürfe sich ein Journalist nicht mit einer Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten.

„Glaubwürdigkeit ist die wesentliche Bedingung für guten Journalismus“, sagte der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Thomas Walde. Dazu müsse aus einer Äquidistanz heraus an ein Thema heran gegangen werden, ohne Vorfestlegung. Am Ende des Rechercheprozesses müsse ein Haltung zum Gegenstand der Recherche zum Ausdruck kommen, über deren Zustandekommen Journalistinnen und Journalisten Transparenz herzustellen hätten, um ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren. 
Die Chefredakteurin von Stiftung Warentest, Anita Stocker, führte aus, dass am Anfang einer erfolgreichen Recherche eine Ausgangsfrage stehen müsse, deren Beantwortung dann zu einer These führe, mit der Journalistinnen und Journalisten eine Haltung einnehmen: „Das Publikum will eine Position“, unterstrich Stocker.
Der stellvertretende Chefredakteur der Bild-Zeitung, Nikolaus Blome, vertrat die These, dass ein stetig wachsender Bedarf nach Einordnung gerade in Zeiten zunehmender Komplexität von Zusammenhängen bestünde: „Da kann ein Medium dann auch Partei ergreifen“, stellte Blome fest. Er warnte vor Vorfestlegungen: „Nur weil jemand schwach ist, hat er noch nicht recht.“ Um heraus zu finden, wer recht habe, müsse sich journalistische Arbeit bemühen. Dazu dann eine Haltung zu entwickeln, werde für Zeitungen immer wichtiger.