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Rendite über Journalismus

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Rendite über Journalismus

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13.05.2013 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Pläne des Axel Springer Verlags, nach denen mutmaßlich 170 bis 200 Stellen in Redaktionen der BILD-Zeitung von Auslagerung oder Kündigungen betroffen sein sollen. Überlegt werde demnach, Teile der Redaktionen von regionalen Ausgaben der BILD-Zeitung in andere Redaktionen zu versetzen, beispielsweise in die nicht tarifgebundene B.Z., oder ganz in die Bild-Digital GmbH auszulagern. "Was hier ohne wirtschaftliche Not geplant wird, dokumentiert einen Strategiewechsel, der gefährlich und kontraproduktiv ist", warnte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. "Die Springer-Produkte sind hoch profitabel. Trotzdem sollen Redaktionen ausgedünnt, die Rendite durch das Setzen auf windige Internetgeschäftsmodelle weiter gesteigert werden, die auf nutzergenerierten Inhalten statt Journalismus basieren", kritisierte Werneke. Damit verfolge nun auch Springer den fragwürdigen Trend, kostenintensive Lokal- und Regionalredaktionen und vor allem ein vielfältiges Presseangebot von Verlagen abzubauen.

Eine börsennotierte Mediengruppe wie die Axel Springer AG sei zur Offenlegung von Renditen der Geschäftsfelder verpflichtet und dokumentiere, dass mit Zeitungen nach wie vor Profite erzielt werden könnten, die sonst kaum ein anderes Geschäftsfeld erreiche. Aber das scheint bei Axel Springer nicht mehr auszurei-chen, sondern es wird nach den noch rentableren Onlinegeschäftsfeldern gesucht. Für die nötigen Investitionen wird dagegen im Journalismus Personal und damit Recherche, Sorgfalt und Vielfalt abgebaut. Werneke kündigte an, dass ver.di mit den Kolleginnen und Kollegen bei der Axel Springer AG Wege suchen werde, diesen Plänen, wenn sie sich bewahrheiteten, entgegen zu treten.