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Unfassbarer Umgang mit den Beschäftigten

dapd-Insolvenz

Unfassbarer Umgang mit den Beschäftigten

01.03.2013 - Als „unfassbaren Umgang mit den Beschäftigten“ bezeichnet die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Cornelia Haß, die neuerliche Insolvenz der Nachrichtenagentur dapd. Diese ginge einzig und allein auf eine anscheinend nie existierende Strategie für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell in Verbindung mit zu eng kalkulierten Finanzrahmen zurück. „Offenbar wird erst jetzt unter Hochdruck versucht, Gelder allein für die Februargehälter aufzutreiben. So ein Geschäftsgebaren ist an Verantwortungslosigkeit nicht mehr zu überbieten“, kritisierte Haß.
 
Noch in der vergangenen Woche habe der nach der Insolvenz vom vergangenen Jahr neu eingestiegene Geschäftsführer und Investor Ulrich Ende öffentlich darüber gesprochen, dass dapd weiterhin als Vollagentur arbeiten würde, und den Eindruck erweckt, die Agentur sei gut aufgestellt. „Es ist kein Wunder, dass angesichts einer solchen Verdrehung offensichtlicher Tatsachen die Beschäftigten ihrer neuen Geschäftsführung nicht mehr vertrauen und den Glauben an die Zukunft von dapd verlieren“, sagte Haß. Auch, dass es eine hohe Zahl von Kündigungsschutzklagen gebe, sei schon länger bekannt gewesen. Die Kündigungsschutzklagen seien auf eklatante Fehler der vorherigen Geschäftsführung zurückzuführen und dürften jetzt nicht als Schutzargument zur Begründung einer wirtschaftlichen Schieflage benutzt werden.