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Zensurversuche von WWF Deutschland und Buchvertriebsfirmen

dju in ver.di

Zensurversuche von WWF Deutschland und Buchvertriebsfirmen

07.06.2012 - Als „nicht akzeptablen Versuch rechtlich zweifelhafter Einschüchterungsversuche“, bezeichnete die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju in ver.di), Cornelia Haß, das Vorgehen des World Wildlife Fund (WWF) Deutschland gegen den Autor Wilfried Huismann. Der dreifache Grimmepreisträger hat im Gütersloher Verlagshaus das „Schwarzbuch WWF“ herausgebracht. dju in ver.di-Mitglied Huismann hält im Ergebnis seiner internationalen Recherche dem WWF vor, durch seine Partnerschaftspolitik mit multinationalen Konzernen in belegbaren Fällen indirekt zur Naturzerstörung beizutragen.

Diese Vorwürfe will der WWF nicht akzeptieren. Doch anstatt das Ergebnis einer rechtsstaatlichen Prüfung seiner Gegenvorwürfe abzuwarten, werden Vertriebsfirmen und Versandhandel wie Thalia, Libri, KNV oder Amazon eingeschüchtert. Der WWF forderte wegen zehn willkürlich herausgegriffener Aussagen Huismanns in dem 255-Seiten-Buch die Vertriebsfirmen auf, dessen Weiterverbreitung zu unterlassen. Darauf haben die Firmen gleich das ganze Buch aus ihrem Programm genommen, so dass dieses zurzeit nur relativ mühsam direkt über den Verlag bezogen werden kann.

Dabei hat der WWF Deutschland bislang rechtlich nichts gegen das Buch in der Hand. Über eine beantragte einstweilige Verfügung entscheidet das Landgericht Köln erst am Freitag in einer Woche (15. Juni). „Auf die Einschüchterung durch den WWF, der damit seine Glaubwürdigkeit als Umweltschutzorganisation vollends zu verlieren droht, reagieren die Vertriebsfirmen mit voraus eilendem Gehorsam und versuchen, mit ihrer wirtschaftlichen Macht ein kritisches Buch vom Markt zu drängen“, kritisierte Haß.