Nachrichten

dapd sollte bei der Neuaufstellung die Kompetenz der Beschäftigten …

dapd sollte bei der Neuaufstellung die Kompetenz der Beschäftigten nutzen

03.10.2012 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) appelliert an die  Gesellschafter und den Insolvenzverwalter der Nachrichtenagentur dapd, im anstehenden Insolvenzverfahren so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten und für einen Neustart die Kompetenz der  Beschäftigten zu nutzen. "Die Konkurrenz der Nachrichtenagenturen in Deutschland sucht weltweit Ihresgleichen. Es kommt jetzt darauf an, dass dapd die vor ihr liegende Zeit der Restrukturierung nutzt, sich auf ein Kerngeschäft zu konzentrieren und insbesondere den Beschäftigten eine Zukunft in einer gut aufgestellten Agentur zu  eröffnen", sagte Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen  Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di.  

Manche Agenturen haben sich mit Spezialangeboten erfolgreiche Nischen geschaffen. Andere Agenturen bieten die ganze thematische Bandbreite und darüber hinaus maßgeschneiderte Angebotspakete nach Kundenwünschen. Für beide Modelle gelte aber, dass guter Journalismus auf Dauer nicht zum Billigtarif zu haben sei, betonte Haß: "Gerade mit Blick auf die Glaubwürdigkeit des Agenturjournalismus müssen Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stimmen. Gleichzeitig müssen auch  die Agentur-Kunden wissen, dass gute Inhalte ihren Preis haben." Agenturvielfalt liege im Interesse der Kunden sowie der  Mediennutzerinnen und -nutzer. 

Deshalb müssten nicht nur die Verlage, sondern auch staatliche und öffentlich-rechtliche Einrichtungen bereit sein, angemessene Preise für qualitativ-hochwertige journalistische Inhalte zu bezahlen." Die dapd-Geschäftsführung sollte die Chancen nutzen, die in dem vor ihr liegenden Prozess liegen, und genau schauen, wo nicht unbedingt das günstigste Angebot überzeugt, sondern ein vor allem qualitativ  hochwertiges", unterstrich die dju-Bundesgeschäftsführerin. "Insolvenzverwalter und Geschäftsführung müssen sich die  erforderliche Zeit nehmen, solch ein Angebot zu entwickeln -  möglichst gemeinsam mit den Beschäftigten, von denen viele über  hervorragendes Wissen über die erfolgreiche Arbeit von Nachrichtenagenturen verfügen. Dann hat auch dapd eine Chance auf dem deutschen Markt." 

Haß kündigte an, die Beschäftigten in diesem Prozess zu unterstützen: "Die Kolleginnen und Kollegen sind noch von den Fusionsprozessen der vergangenen Jahre verunsichert. Viele haben die Agentur verlassen, weil die Bedingungen sich drastisch verschlechtert haben. Die  Fluktuation ist hoch, der Druck auch." Alles das wirke sich nicht positiv auf die Arbeit einer Nachrichtenagentur aus.