Nachrichten

Streiks bei der ZWEITEN Hand Verlags-GmbH

Tagesspiegel-Gruppe

Streiks bei der ZWEITEN Hand Verlags-GmbH

26.09.2013 - Der Gesellschafter Tagesspiegel der ZWEITEN Hand Verlags-GmbH HAND hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass der Verlag mit seinen ca. 20 Beschäftigten aus wirtschaftlichen Gründen zum 1. November 2013 geschlossen wird. ver.di hat die Geschäftsführung vorab zu Tarifverhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufgefordert. Die Geschäftsführung lehnt eine Abfindung ab, stattdessen bietet sie eine Transfergesellschaft an, dessen Kosten überwiegend die Arbeitsagentur trägt.  Nach der zweiten Tarifverhandlung sind die Verhandlungen vorläufig gescheitert. Nun drohen Streiks!

Die wirtschaftliche Situation der ZWEITEN HAND wurde schon lange im Verlagshaus diskutiert. Nach Auffassung von ver.di gab es aber keine ernsthaften Bemühungen von Seiten des Tagesspiegels eine Online-Strategie und neue Geschäftsmodelle mit der bekannten Berlin-Marke für Anzeigen zu entwickeln. Vor der Schließung des Verlags hatte der Tagesspiegel noch „Hals über Kopf“ und unter Missachtung der Rechte der Betriebsräte, die Zeitschrift Bootshandel und seine vier Mitarbeiter auf den Zitty-Verlag per Betriebsübergang übertragen. ver.di fordert eine angemessen Abfindung für die in der Regel mehr als 20 Jahre Arbeit der Beschäftigten im Verlag. Die Geschäftsführung lehnte aber auch in der zweiten Tarifverhandlung eine Abfindung ab. Die Tarifverhandlungen sind vorläufig gescheitert.

ver.di bereitet sich auf einen harten Arbeitskampf vor. Seit 30 Jahren der erste Streik wieder im Tagesspiegelhaus. „Das Vorgehen des Tagesspiegels ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.“ sagt Jörg Reichel, der zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär. Reichel weiter: „Geld für eine ordentliche Abfindung der Beschäftigten ist bei Holtzbrinck und Tagesspiegel ist da. Wir gehen davon aus, dass das Vorgehen der Geschäftsführung die ,Blaupause' zukünftiger Änderungen beim Tagesspiegel und dem Zitty-Verlag sind. Die Beschäftigten werden sich demnächst mit Streiks und Demonstrationen vor der Tür des Tagesspiegels bemerkbar machen.“