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Madsack-Aktionstag

Madsack-Aktionstag

Madsack-Aktionstag Marta Krajinovic Madsack-Aktionstag

13.11.2013 - Heute haben allein in Hannover rund 250 Beschäftigte des Medienkonzerns Madsack an einer Protestveranstaltung gegen das von der Geschäftsführung verkündete Kürzungsprogramm „Madsack 2018“ vor der Konzernzentrale in Hannover teilgenommen.  Parallel gab es bundesweit weitere Protestaktionen an Madsack-Standorten.

Die Beschäftigten forderten den Abschluss von Tarifverträgen und die Sicherung ihrer Beschäftigung. Die Madsack-Geschäftsleitung verweigert unter anderem den Beschäftigten des Hannoveraner Callcenters KSC, die seit mehr als einem Monat im Dauerstreik sind, sowie der Druckerei in Potsdam und der Redaktion der „Oberhessischen Presse“ in Marburg entsprechende Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di.

Auch in Rostock gab es eine Protestaktion: Mit einer Kundgebung haben Mitarbeiter der Ostsee-Zeitung (OZ) für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Tarifen bei Mecklenburg-Vorpommerns größter Tageszeitung demonstriert. Vor dem Pressehaus in der Rostocker Innenstadt versammelten sich „5 vor 12“ Journalisten sowie Beschäftigte aus Verlag und Technik. In Marburg nahmen rund 30 Beschäftigte aus der Redaktion und dem Verlag der „Oberhessischen Pressse“ an einer aktiven Mittagspause teil.  

Auf der Kundgebung in Hannover kritisierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke die Konzernpläne mit den Worten: “Tarifflucht und Arbeitsplatzabbau sind kein Zukunftskonzept.“ Das von Madsack angekündigte Umstrukturierungsprogramm “Madsack 2018″, bei dem es künftig nur noch eine Zentralredaktion für alle 18 Zeitungen des Konzerns geben soll, bedeute massiven Arbeitsplatzabbau, der verbunden sei mit einem Angriff auf die Arbeitsbedingungen derjenigen Beschäftigten im Konzern, die aktuell noch den Schutz von Tarifverträgen genießen.

Nach dem in Potsdam bereits erprobten Konzept sollen die Madsack-Verlage und -Druckereien in tariflose Tochterfirmen mit regionaler Ausrichtung aufgeteilt werden. Gleichzeitig wird der Arbeitsplatzabbau fortgeführt, der durch die Konzentration zentraler Unternehmensdienste, wie Personalabrechnung und Datenverarbeitung, bereits begonnen hat.

Der Madsack-Konzern erzielte 2012 bei einem Umsatz von 671 Millionen Euro ein Betriebsergebnis von 30 Millionen Euro. Neben den Tageszeitungen mit einer täglichen Auflage von mehr als 900.000 Exemplaren gibt er rund 40 Anzeigenblätter mit einer Gesamtauflage von 5 Millionen Exemplaren pro Woche heraus. Darüber hinaus ist der Konzern im Postgeschäft und im Privatfernsehen tätig. Größter Einzelgesellschafter von Madsack ist die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg), die Medienholding der SPD, mit 23,1 Prozent