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MDS Berlin: Sozialtarifverhandlungen und Ausgliederung der IT …

MDS Berlin: Sozialtarifverhandlungen und Ausgliederung der IT

22.04.2010 - Die gestrige erste Verhandlung zu einem für den Berliner MDS-Standort (u.a. Berliner Zeitung, Berliner Kurier) geltenden Sozialtarifvertrag, anlässlich der Auslagerung der Redaktionsgemeinschaft, hat unsere starken Bedenken gegen die anstehenden Synergiemaßnahmen nicht zerstreut – im Gegenteil.

Kurz vor Verhandlungsbeginn mussten wir erfahren, dass es mit den Auslagerungen weitergeht: Jetzt soll auch eine MDS-weite IT-Firma gegründet werden, in die alle IT-Mitarbeiter der verschiedenen Standorte wechseln müssen oder ihren Arbeitsplatz verlieren.

Wir haben mit unseren Mitgliedern ein Ziel formuliert:  die Arbeitsplatzunsicherheit der Kolleginnen und Kollegen durch Synergieprojekte und Auslagerungen muss beendet werden. Die Geschäftsleitung hat demgegenüber sehr klar gemacht, dass sie zwar bereit ist, in einigen „soft points“ Kompromisse einzugehen, die aber größtenteils heute schon praktiziert werden (konzernweite Ausschreibungen, Vorrang interner Bewerber, Weiterqualifizierung, Umzugsbeihilfen).

Zu unseren Hauptforderungen aber gab es ein freundliches, aber klares NEIN:

  • KEIN Ende der Auslagerungen (nach der Redaktionsgemeinschaft kommt jetzt die IT dran)
  • KEIN Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen (dann könne man die Leute ja nicht mehr in die ausgelagerten Betriebe zwingen)
  • KEIN Sozialtarifvertrag auf dem Niveau der Kölner „Betriebsvereinbarung Synergie“, mit entsprechenden Abfindungsangeboten (das Abfindungsniveau für die Eigenkündigungen ist nicht mehr verhandelbar)
  • KEINE Garantie einer Sollstärke der Redaktionen von BLZ und Kurier zur Qualitätssicherung (hier wird bestritten, dass die Qualität wesentlich von der internen Personalstärke abhängt).

Für unsere Forderung nach Tarifbindung der neuen ReGe hat man uns auf Verhandlungen mit deren Geschäftsführer Herrn Birkholz verwiesen, der uns aber bislang mit dem Argument vertröstet hat, man sei noch „in der Phase der Konstituierung“.

Die Verhandlungen sollen am 6. Mai fortgesetzt werden. Absehbar ist aber jetzt schon: Die Geschäftsleitung ist nicht bereit, den Kolleginnen und Kollegen die notwendige  Beschäftigungssicherheit und den Redaktionen die Garantie einer Personalstärke zu geben, die Produktionssicherheit und vor allem publizistische Qualität gewährleistet.