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Rede von Andreas Köhn

Rede von Andreas Köhn

Andreas Köhn Christian v. Polentz Andreas Köhn

Rede Andreas Köhn, ver.di-Landesfachbereichsleiter, am 1. Mai 2013 auf dem Cajamarca-Platz am Bahnhof Schöneweide bei der Antinazi-Kundgebung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Berlinerinnen und Berliner,

morgen, am 2. Mai, jährt sich die Zerschlagung der deutschen Gewerkschaftsbewegung durch die NS-Diktatur zum 80. Mal. Nachdem die Nationalsozialisten den 1. Mai als „Feiertag der nationalen Arbeit“ inszeniert hatten, besetzten und verwüsteten SA-Kommandos im ganzen Land Gewerkschaftshäuser, Büros und Wohnungen. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wurden verhaftet, verschleppt, gefoltert und ermordet.

Wenn morgen an vielen Orten an die Zerschlagung der deutschen Gewerkschaften vor 80 Jahren und der vielen Opfer nationalsozialistischer Terrorherrschaft gedacht wird, geht es um mehr als um das bloße Erinnern an diesem Tag. Dieser Gedenktag ist für uns eine Verpflichtung und Verantwortung zugleich!

Es ist unsere Pflicht, weiterhin kontinuierliche Erinnerungsarbeit an die in grausamer Weise perfektionierte Massenvernichtung des Nationalsozialismus zu leisten.

Der  2. Mai verpflichtet uns zu rechtzeitigem Handeln gegen rechtsextremisitisches Denken und Handeln, gegen Rassismus und Intoleranz.

Wir tragen Verantwortung für die Gestaltung einer demokratischen, freien, sozialen und gerechten Gesellschaft.

Dazu gehört auch, dass rechtsextreme Organisationen verboten werden. Das Verbot der NPD ist längst überfällig.

Verbote allein jedoch reichen nicht aus, um auf Dauer erfolgreich gegen rechtsextremes Denken und Handeln vorzugehen.

Wir benötigen daher auch verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung rechtsextremisitischer Einstellungen  in unserer Gesellschaft.

Und wir brauchen auch stärkere präventive und repressive Maßnahmen gegen rechtsextreme Gewalt.

Dafür setzen sich die Gewerkschaften ein, damit es nie wieder heißt: „Zu spät“.

Danke