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Neuer Tarifvertrag schützt alle Freien

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Neuer Tarifvertrag schützt alle Freien

14.04.2013 - Nach langen Verhandlungen sind seit dem 1.4. zwei neue Tarifverträge  für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im rbb in Kraft. Es sind  der Tarifvertrag über die Mindestbedingungen und der Honorarrahmen für  die Produktion.

Mit dem Tarifvertrag über die Mindestbedingungen ist es uns gelungen,  erstmals für alle Freien im rbb und für studentische Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter grundsätzliche Regeln aufzustellen. Der Vertrag  schützt auch Freie, die weniger als 42 Tage im halben Jahr arbeiten  und deshalb nicht unter den Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche  Mitarbeiter/innen fallen.

Der Tarifvertrag regelt, wann ein Vertrag zu Stande kommt, wann  bezahlt wird und was passiert, wenn der rbb den Dienst absagt. Bei  einer Absage ist grundsätzlich ein Ausfallhonorar fällig, der rbb hat  aber das Recht einen Ersatzauftrag anzubieten.

Besonders erfreulich ist, dass jetzt für die Brandenburger Standorte  der Acht-Stunden-Arbeitstag gilt. Bisher konnten die Kolleginnen und  Kollegen dort zehn Stunden disponiert werden. Halbtagesdienste sind  grundsätzlich ausgeschlossen, es sei denn, der oder die Freie wünscht  das ausdrücklich. Um Missbrauch zu vermeiden, haben wir für diese  Regelung eine  Kündigungsmöglichkeit. Ausnahmen gibt es bei  Studentinnen und Studenten, die stundenweise beschäftigt werden  können, dann aber mindestens 4 Stunden.

Der Vertrag regelt auch, was bei Erkrankungen von Freien passiert, die  nicht unter den Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche  Mitarbeiter/innen fallen sowie die Sozialversicherungen und etwa die  Zahlungen für die Pensionskasse.

Ein weiterer wichtiger Verhandlungserfolg sind neue Regelungen bei  Zuschlägen für Mehrarbeit und für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit.  Diese gelten zunächst nur für die Freien in der PRODUKTION. Der  Zuschlag für Überstunden und  Nachtarbeit (22 – 6 Uhr) beträgt 25  Prozent. Bei Sonntagsarbeit gibt es 50 Prozent und an Feiertagen 100  Prozent Zuschlag. Das ganze gilt für Tagessätze bis zur Höhe von 242  Euro (Kappungsgrenze). Diese Grenze ist dynamisiert, das heißt, bei  Honorarerhöhungen wird sie entsprechend angehoben.

Diese Regelung ist möglich geworden, weil wir gleichzeitig einen  einheitlichen Honorarrahmen für die Produktion vereinbart haben und  damit endlich die unterschiedliche Bezahlung an den Standorten für  gleiche Tätigkeiten abgeschafft haben.

Für die PROGRAMM-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verhandeln wir noch  über einheitliche Honorare. Das dauert vermutlich noch bis Anfang  2015. Solange werden die neuen Zuschlagsregelungen für das PROGRAMM  nicht gelten. Wir sind aber zuversichtlich, die gleichen Zuschläge  auch für Programm-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbaren zu  können.

Um dies zu erreichen braucht es weiterhin eine starke Gewerkschaft im  rbb. Nur eine gut organisierte Belegschaft versetzt uns in die Lage  erfolgreich zu sein.

Eure ver.di Verhandlungsdelegation

Berlin/Potsdam den 11.04.2013