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AFP Agence France-Presse GmbH Berlin: Tarifinfo - Verhandlungen 16.12.

20.12.2016 - Yes we can! Am vergangenen Donnerstag, den 15. Dezember 2016 habt Ihr zum Ersten Mal in der Geschichte der AFP in Berlin Eure Forderungen auf die Straße getragen. Ca. 15 Beschäftigte der laufenden Schicht haben um 12:00 Uhr das Großraumbüro verlassen und gemeinsam Pause gemacht. In der vorherigen Abstimmung stimmten nur 5 Beschäftigte von 37 für den Arbeitgebervorschlag und 30 gegen den Arbeitgebervorschlag (zwei ungültige Stimmen). Mit Eurem Wind im Rücken sind wir am Freitag in die Tarifverhandlungen reingegangen. Das war wichtig und hat uns gestärkt am Verhandlungstisch.

Die gute Nachricht zuerst: Wir verhandeln jetzt endlich über eine einheitliche Tariftabelle für alle ohne gespaltenen Tarif für Alt-Be­schäftigte und Neueinstellungen, in der die Zahl der Berufsjahre eine größere Rolle spielen würde als bisher. Auch hat die Geschäfts­leitung ihre Forderung nach Absenkung des gesamten Gehalts­ni­veaus bis hin zu den oberen Tarifgruppen aufgegeben.

Die schlechte Nachricht: Die Geschäftsleitung fordert immer noch drastische Tarifabsenkungen in den unteren Tarifgruppen, die für uns in diesem Ausmaß völlig inakzeptabel sind, und zudem deutliche Verschlechterungen bei der Urlaubsstaffel für neue Kollegen. Außer­dem würde es bei den Nullrunden für 2016 und 2017 bleiben.

Im Einzelnen forderte der Arbeitgeber, dass

  • die Geltung der sehr niedrigen Einstiegstarifgruppe II (TG I ist der Volontärtarif) von einem auf drei Jahre ausgeweitet wird und sich eine ebenfalls noch sehr niedrige TG III für das vierte bis sechste Berufsjahr anschließen würde.
  • es Beförderungen aufgrund der verantwortungsvollen Arbeit in Nacht- und Frühschichten überhaupt nicht mehr geben würde.
  • die Tarifgruppe IV für alle erst nach etwa acht bis zehn Jahren erreicht werden würde statt nach drei (Ausland) bzw. fünf (Grafik/Video) Jahren.

Die einzigen Gegenleistungen für die deutlichen Tarifsenkungen im Bereich der Tarifgruppen II bis IV wären Beförderungen in neue Zwischentarifgruppen zwischen IV und VI im Gesamtwert von laut Geschäftsleitung 15.000 Euro (wie bisher auch angeboten). Zudem würden Essensgeld und Fahrgeld im Wert von derzeit zusammen 113 Euro auf das Grundgehalt aufgeschlagen und damit auch bei der Jahresleistung mit berücksichtigt. Beim Fahrgeld würde dafür allerdings die Dynamisierung, also die Anpassung an die VBB-Preissteigerungen, entfallen.

Beim Urlaub fordert die Geschäftsleitung zudem immer noch eine gespaltene Tabelle für bisherige Beschäftigte und Neu-Einstellungen: Letztere müssten zunächst zehn Jahre lang auf einen Urlaubstag verzichten, die Endstufe von 36 Urlaubstagen würden sie erst nach 25 (!) AFP-Dienstjahren erreichen.

Die Tarifkommission fordert weiterhin mindestens deutlich bessere Konditionen für die unteren Tarifgruppen sowie die Wiedereinsetzung des Manteltarifs auf dem Stand vom 1.1.2016.


Die Tarifverhandlungen werden am 18. Januar 2016 fortgesetzt.

 

Viele Grüße,

 

Eure Tarifkommission