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Tarifliche Absicherung gefordert

Axel Springer Verlag

Tarifliche Absicherung gefordert

Axel Springer Verlag Maichel Dutta Springer

25.07.2013 - Als "großen Zeitungs-Deal, dessen Folgen für die Beschäftigten in den 
Verlagen und Redaktionen noch gar nicht absehbar sind," bezeichnete 
der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten 
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, den Verkauf der 
von der Axel Springer AG herausgegebenen Regionalzeitungen "Hamburger
 Abendblatt" und "Berliner Morgenpost" sowie der Programm- und 
Frauenzeitschriften des Konzerns (u.a. "Hörzu" und "Bild der Frau") 
an die Funke Mediengruppe. Werneke kritisierte scharf, dass der 
Medienkonzern dieses Geschäft den Betriebsräten verheimlicht hatte, als diese am Mittwoch über die Zusammenlegung der Redaktionen von 
"Bild" und "B.Z." informiert wurden. "Um die ohnehin hohe Rendite des
 Springer-Konzerns zu steigern, werden traditionsreiche Zeitungen und 
Zeitschriften an den WAZ-Konzern verkauft, der sich mit der 
Entlassung der gesamten Redaktion der 'Westfälischen Rundschau' 
bereits einen unrühmlichen Namen als unsozialer Profitmaximierer 
gemacht hat." Zudem bedeute der Verkauf, dass sich die Axel Springer 
AG faktisch komplett von ihrem Standort in Hamburg verabschiede und damit die seit längerem bestehenden Befürchtungen der dortigen Beschäftigten bestätigt.



Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der betroffenen Titel liefen 
mit dem Verkauf große Gefahr, dass sich ihre Arbeitsbedingungen unter
dem neuen Besitzer rasch verschlechterten, warnte Werneke. Es sei 
daher notwendig, mit einem Beschäftigungssicherungsvertrag die 
derzeitigen tariflichen und betrieblichen Ansprüche der Beschäftigten
sowie deren Arbeitsplätze langfristig zu sichern. "Da die Axel 
Springer AG aber ihre bisherige sozialpartnerschaftliche Haltung 
zugunsten von Renditesteigerungen aufgegeben hat und die Funke-Gruppe
ohnehin nur an hohen Gewinnen interessiert ist, ist nicht damit zu 
rechnen, dass es tarifliche Absicherung ohne Gegenwehr der 
Betroffenen geben wird; ver.di wird die Gewerkschaftsmitglieder dabei
 unterstützen", betonte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende.



Die Größenordnung des Verkaufs mit einem Umfang von fast einer Milliarde Euro zeigt laut Werneke, dass für strategische Käufe im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt bei den großen Konzernen genügend 
Geld vorhanden ist. Dieses Geld stamme aus Gewinnen, die zumindest 
teilweise durch Tarifflucht und verschlechterte Arbeitsbedingungen in 
den Verlagen finanziert würden.