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Mediengruppe DuMont Schauberg: Statt Kahlschlagpolitik sind schlüssige …

Mediengruppe DuMont Schauberg: Statt Kahlschlagpolitik sind schlüssige Konzepte nötig

26.09.2014 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert das sogenannte Zukunftsprogramm „Perspektive Wachstum“, das den Beschäftigten der Mediengruppe DuMont Schauberg (MDS) am heutigen Freitag angekündigt wurde. Unter dem Stichwort „Digitale Transformation“ plant MDS dabei offensichtlich erheblichen Personalabbau.

„Die Geschäftsleitung von DuMont ist offensichtlich nicht in der Lage ein Konzept vorzulegen, das tatsächlich in die Zukunft weist. Statt sich darauf zu konzentrieren, wie man die Umsätze steigern kann, sollen sinkende Auflagen und der Rückgang im Anzeigengeschäft offenbar überwiegend über Personalabbau kompensiert werden. Das wird nicht funktionieren. Immer weniger Redakteure und Beschäftigte in den Servicebereichen sollen im digitalen Zeitalter immer mehr leisten. So kann man weder journalistische Qualität noch Lesernähe halten und gräbt sich letztlich selbst das Wasser ab“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

Werneke kritisierte, dass für die angekündigte „Digitale Transformation“ der Mediengruppe derzeit keine überzeugende Strategie vorliege. „Wir sehen einen Schlingerkurs zulasten der Beschäftigten, die nicht erkennen können, wohin die Reise gehen soll, geschweige denn daran ausreichend beteiligt werden. Dabei ist völlig klar, dass solch ein Umbau nur gelingen kann, wenn sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer jahrelangen Erfahrung und großen Kompetenz darin einbringen können.“

„In der gesamten Mediengruppe, grade auch im Journalismus, verändern sich die Tätigkeiten und Aufgaben. Diesen Wandel kann man nur erfolgversprechend gestalten, wenn sich die Beschäftigten durch Weiterbildungen für die Zukunft umfassend fit machen können“, sagte Werneke weiter. Allerdings sei mehr Qualitätsjournalismus auch im Digitalen nicht mit immer weniger Beschäftigten zu erreichen. Werneke betonte, der angekündigte Stellenabbau müsse unter allen Umständen sozialverträglich und unter Beteiligung der jeweiligen Arbeitnehmervertretungen stattfinden. Die geplante Bündelung einzelner Unternehmensteile wie der Druckereien in eigenen Gesellschaften dürfe keinesfalls zum Ausstieg aus der Tarifbindung führen.

Bei der Mediengruppe DuMont Schauberg arbeiten rund 3.700 Beschäftigte. Zu ihren Titeln gehören der Kölner Stadtanzeiger, der EXPRESS, der Berliner Kurier, die Berliner Zeitung, die Hamburger Morgenpost und die Mitteldeutsche Zeitung.