Nachrichten

Angst um um Arbeitsplätze beim Berliner Verlag

dju in ver.di

Angst um um Arbeitsplätze beim Berliner Verlag

20.09.2012 -Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju in ver.di)  fürchtet um 50 Arbeitsplätze beim Berliner Verlag. Nach Informationen, die der dju in ver.di vorliegen, sind von dem geplanten Stellenabbau der Berliner Kurier, die Berliner Zeitung  sowie die Anzeigenzeitung Abendblatt betroffen, die alle drei von der BV Deutsche Zeitungsholding (BV) heraus gegeben werden. Die BV ist  der Berliner Teil der Mediengruppe DuMont-Schauberg, an dem auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, zu einem Drittel beteiligt ist: "Mit einem fantasielosen Handstreich, der seinesgleichen sucht, soll ein Zehntel der Belegschaft vor die Tür gesetzt werden. Dabei ist der  Arbeitsdruck in Verlagen und Redaktionen schon jetzt an der Grenze  des Erträglichen", sagte dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß.  

Die Entwicklung alternativer Verbreitungswege trage ebenso zu der ständig steigenden Belastung der insgesamt rund 500 Beschäftigten bei wie die gerade gestartete App-Ausgabe der Berliner Zeitung für Mobilgeräte und die gemeinschaftliche Redaktion mit der Frankfurter Rundschau. Dabei gebe es einen geltenden Sozial-Tarifvertrag in der Zeitungsgruppe, der explizit die Vermeidung von Personalabbau durch  Versetzungen und Weiterbeschäftigung im Konzern, dafür nötige  Qualifizierungsmaßnahmen und für unabwendbare Kündigungen auch  Abfindungen vorsehe. "Doch statt die vereinbarten Methoden  anzuwenden, wird den Beschäftigten gekündigt", kritisierte Haß. So  solle beim Abendblatt die gesamte Redaktion entlassen und der redaktionelle Teil von Beschäftigten einer tariflosen Tochterfirma  erstellt werden: "Jetzt sollen Billigkräfte als 'Kiezreporter' eingesetzt werden. Damit versucht DuMont Schauberg aber nur zu  kaschieren, dass letztendlich am Standort Berlin mit deutlich weniger Personal produziert werden soll. Gute Bedingungen für guten  Journalismus sind das nicht", machte die dju-Bundesgeschäftsführerin  deutlich.  

Angesichts fortschreitender Substanzverluste stelle sich vielmehr die Frage, ob die Strategien und Erfahrungen von DuMont-Schauberg aus  regionalen Monopolmärkten ausreichten, um auf dem umkämpften Markt  der überregionalen und der Hauptstadtzeitungen mithalten zu können. "DuMont Schauberg muss jetzt endlich eine Zukunftsstrategie aufweisen, die Bestand und Aussicht auf Erfolg hat", forderte Haß. Dies sei allerdings bislang nicht erkennbar, wenn stattdessen Arbeitsplätze und publizistische Qualität abgebaut werden sollten.