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ver.di fordert Tarifschutz und faire Entlohnung in allen Betrieben von Axel Springer

29.11.2013 - Nach der Ankündigung des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Matthias Döpfner, auch die derzeit noch tarifgebundenen Kernbereiche des Verlags in selbständige Tochtergesellschaften auszugliedern, forderte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, für die Beschäftigten aller Konzernbereiche eine umfassende tarifvertragliche Sicherung. Nur so seien faire Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung in dem hoch profitablen Konzern sicherzustellen.

„Hinter der glänzenden Fassade des digital ausgerichteten Medienunternehmens  liegt allzu oft der dunkle Hinterhof niedriger Gehälter, Druck auf die Beschäftigten und Arbeitsplatzabbau“, sagte Werneke unter Berufung auf Berichte von Beschäftigten aus Tochtergesellschaften der Axel Springer AG. Als Beispiel nannte er die Siegburger allesklar.com AG, die das Internet-Anzeigenportal meinestadt.de betreibt. Dort verloren seit der Übernahme durch den Medienkonzern vor einem Jahr mehr als zehn Prozent der rund 300 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz. Betriebsräte, die dies im Axel-Springer-Konzernbetriebsrat berichtet hatten, wurden vom Management massiv unter Druck gesetzt. In anderen Tochtergesellschaften des Konzerns würden Beschäftigte mit weniger als 1.500 Euro brutto monatlich abgespeist. Und in der Redaktionsgemeinschaft von Bild-Berlin und B.Z. arbeiteten Redakteurinnen und Redakteure mit drei unterschiedlichen Arbeitsverträgen Schreibtisch an Schreibtisch. Nur einer dieser Verträge basiere auf dem Tarifvertrag – Neueinstellungen erfolgten nur zu den deutlich schlechteren, tariflosen Bedingungen.

ver.di werde deshalb die Beschäftigten bei der Durchsetzung der Forderung nach tariflich abgesicherten Arbeitsverhältnissen in allen jetzigen und künftigen Einzelbetrieben in jeder Hinsicht unterstützen, kündigte Werneke an.