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Fachgruppe Medien in ver.di: Gegen die dapd-Dumpinglöhne

Fachgruppe Medien in ver.di: Gegen die dapd-Dumpinglöhne

28.02.2011 - Die Fachgruppe Medien in ver.di protestiert aufs Schärfste gegen die als „Anpassung“ schöngeredeten Honorarsenkungen bei der Nachrichtenagentur dapd auf 5 bis 18 Euro brutto pro Standardmeldung oder 77 Euro pro Acht-Stunden-Tag. Nach Abzug von Betriebsausgaben, Steuern und Sozialabgaben bleibt ein Stundenlohn, der weit unter dem Standard qualifizierter Tätigkeiten liegt. Diese am 18. Februar an freie Mitarbeiter versandte Regelung soll bereits am 1. März 2011 in Kraft treten.
„Für diese Honorare lassen sich keine Meldungen schreiben, die den journalistischen Qualitätsstandards genügen“, heißt es in einer Resolution, die am Sonntag in Berlin von der Delegiertenkonferenz der Medienschaffenden in ver.di verabschiedet wurde. „Für Recherche bleibt keine Zeit mehr. Die heute bei Agenturjournalisten schon sehr hohe Belastung steigt unter solchen Bedingungen ins Unermessliche. Wer mit diesen miserablen Honoraren überleben will, gerät noch mehr unter psychischen und sozialen Druck.“
Die Bundesfachgruppenkonferenz fordert die dapd-Kunden dazu auf, sich gegen die Kürzungen und für eine angemessene Bezahlung aller dapd-Mitarbeiter/innen einzusetzen, weil sie sich sonst nicht mehr auf die Qualität der dapd-Meldungen verlassen können.