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Zeit: Angebot des Arbeitgebers deutlich unter Tarif

Zeit: Angebot des Arbeitgebers deutlich unter Tarif

28.01.2016 - Am 29.01.2016 findet die nächste Tarifverhandlung von ver.di, DJV, JVBB mit Geschäftsführung und Chefredaktion der ZEIT Digital GmbH/ZEIT Online GmbH statt. Der Arbeitgeber hat uns am vergangenen Freitag ein Angebot mit den folgenden Eckpunkten unterbreitet. Das Angebot liegt deutlich unter Tarif.
 

  1. 40 Std./Woche
  2. 30 Tage Urlaub
  3. Rufbereitschaft: Rufbereitschaftspauschale als freiwillige Pauschale ohne Rechtsanspruch. Dieser soll mit dem Betriebsrat geregelt werden (Arbeitgeber kann aber schlicht Nein sagen und dann gibt es keinen Zuschlag.
  4. VWL in Höhe von 26,59 €/Monat
  5. Zuschläge Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
    Nachtzuschlag: 23:00 – 6:00 Uhr: 20%. Der § 6 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sagt: angemessenen Zuschlag 25%, also 5% unter gesetzlicher Empfehlung
    Zuschlag Sonn- und Feiertag: 65% bei Bruttoentgelt <18,- €/Std.
    55% bei Bruttoentgelt 18,-€/Std. bis 21,- €/Std.
    42% bei Bruttoentgelt >21,- €/Std.
    Maximal aber für Sonn- und Feiertag 76,70 €/Tag
  6. Kein Urlaubsgeld und keine tarifliche Jahresleistung für Redaktion und Verlag (VDZ Tarif Redaktion: 1,7 Monatsgehälter und VDZ Tarif Verlag: 1,5 Monatsgehälter)
  7. Kein Zuschlag Presseversorgungswerk von 4%
  8. Keine Entfristungsregelungen für Student*innen
  9. Keine Aufstockung des Krankengeldes bei längerer Erkrankung
  10. Keine Sterbegeld im Todesfall eines Beschäftigten
  11. Eingruppierungen und Entgelttabelle unter Tarif
    Schlechterstellung des Bildteams: Trennung von Wort und Bild in der Redaktion: Bildredakteur wird in EG 2 und Redakteur in EG 5 eingruppiert
Entgeltgruppen Zeit - Arbeitgebervorschlag ver.di Entgeltgruppen Zeit

Der Arbeitgeber rechnet in der Entgelttabelle die 36 Std./Woche (Redaktion) und 35 Std./Woche (Verlag) nach Tarif nicht auf die 40 Std./Wochen um, was ein höheres Gehalt bedeuten würde – also 4 und 5 Std./Woche umsonst arbeiten.

Zusatzstufe nach Berufsjahren ver.di Zusatzstufe nach Berufsjahren

12. Keine Regelung über eine jährliche Gehaltssteigerung.
13. Anerkennung Berufsjahre als Freier Journalist 50% und sonst nur nach Nachweis (keine Anerkennung der Volontariatszeiten oder Journalistenschule)
 
So viel von unserer Seite. Wir werden morgen nach der Tarifverhandlung eine detaillierte Info veröffentlichen und auf der Betriebsversammlung am 02.02.2016 euch einen Bericht geben.
 
Mit kollegialen Grüßen
Jörg Reichel
(Landesgeschäftsfüher dju in ver.di Berlin-Brandenburg)
ver.di Berlin-Brandenburg  
Fachbereich 8 Medien, Kunst und Industrie
Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju)
Köpenicker Straße 30
10179 Berlin